Fast alle Redakteure von gedruckten Magazinen (und so auch ich) haben die selbe Marotte: In den Zeitschriftenabteilungen von Supermärkten oder Bahnhofsbuchhandlungen sortieren sie in unbeobachteten Momenten das eigene Heft nach vorne und die Konkurrenz nach hinten.
Die Hoffnung ist, natürlich, dass sich diesen Monat in diesem Laden die Zeitschrift, bei der man selber schreibt, besser verkauft.
Das kann sogar Langzeitauswirkungen haben, denn: Der Grossist (also der Zwischenhändler, der die Kioske beliefert) prüft ständig, ob die Menge, die er an die einzelnen Geschäfte liefert, auch die richtige ist. Werden beispielsweise im Laufe des Angebotszeitraumes alle 12 Hefte eines Magazins verkauft, schickt er nächstes Mal 15. Kommen von den 12 mehr als 6 zurück, geht er vielleicht auf 8.
Wenn ich also, durch geschicktes Umstellen, dafür sorge, dass die Konkurrenz nicht ausverkauft sein kann, weil ich drei Exemplare etwa hinter die unverkäufliche Cicero gemogelt habe, liegen von ihr möglicherweise monatelang zu wenig Hefte aus.
Ist nur blöd, wenn einen der Zeitschriftenhändler erwischt.
[Autor: Gunnar Lott]
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