Übersetzer

Oft genug kommt es vor, dass ein Auftraggeber eine Übersetzung einzelner Passagen oder Sätze ohne Angabe von Gründen und ohne Kenntnisse der Zielsprache ablehnt und den Übersetzer (also mich) auffordert, den Text umzugestalten. Ist man aber als Übersetzer in einer solchen Situation davon überzeugt, bereits die optimale Lösung geliefert zu haben, lohnt es sich, dafür einzutreten und die Entscheidung für diesen oder jenen Ansatz entsprechend zu begründen.

Wenn der Kunde aber bekanntermaßen bockig ist und die argumentativ erreichbare Zone verlassen hat, hilft nur Gewalt. Also sage ich Dinge wie:

"Da das Deutsche eine SVO-Sprache ist, ist dieser Teil syntaktisch nicht anders realisierbar."

"Eine Inversion würde in diesem speziellen Fall die Semantik verfälschen, weshalb die ursprüngliche Form beibehalten werden sollte."

"Eine Änderung der aktuellen Satzstruktur würde eine syntaktische Ambiguität zur Folge haben."

Sprachwissenschaftliches Blabla, aber auf den ersten Blick beeindruckend. Es ist erstaunlich, wie schnell so manch ursprünglich abgelehnte Übersetzung daraufhin doch auf Zuspruch beim jeweiligen Kunden stößt.

[Autor: anonym]

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