Grundsätzlich bekommt man in diesen Zeiten auf jede Stellenausschreibung, vor allem im "Junior"- oder Einsteigerbereich, weit mehr Bewerbungen als man freie Stellen hat. Also machen fast alle Personaler immer noch das alte Spielchen mit den zwei Stapeln: rechts "brauchbar", links "ist nicht für uns". Ein Ärgernis dabei ist, dass fast alle Bewerbungen, sogar in eher weichen Feldern wie Marketing, PR, Redaktion oder Sales, sich stark an Standards halten, die in einschlägigen Büchern empfohlen werden. Man liest also Dutzende ähnlicher Texte und Musterlebensläufe, langweilt sich schauderhaft und ertappt sich dabei, dass man anfängt, nur noch nach Foto und Grundqualifikationen zu sortieren.
Ist dann aber doch einmal ein wirklich originelle Bewerbung dabei, die durch gut geschriebenen Text, schöne Gestaltung oder eine hübsche Idee überzeugt, legt man sie fast automatisch auf die gute Seite, selbst wenn die Qualifikationen nicht ganz passen. Und wenn es dann zur harten Auswahl kommt, also den Einladungen zu Vorstellungsgesprächen, nimmt man zu vier gewöhnlicheren Kandidaten gerne noch den einen besonderen dazu, einfach, weil man mal wissen will, was das für ein Typ ist. Oder weil man dem Leiter der Fachabteilung (der am Ende über die Einstellung entscheidet) eine interessantere Option anbieten möchte.
Oder weil es einen einfach bei der Aussicht auf fünf langweilige, gleichförmige Gespräche graust und bei dem Einsender einer besonderen Bewerbung auf bessere Unterhaltung hofft.
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