Wir haben regelmäßig Probanden, die zu uns geschickt werden, weil sie mit Alkohol im Blut im Straßenverkehr von der Polizei aufgegriffen wurden. Meine Aufgabe ist es (unter anderem), festzustellen, ob das Alkoholdelikt bei demjenigen ein Einzelfall ist (wie er behauptet) oder ob wir es mit einem potenziellen Wiederholungstäter oder Alkoholabhängigen zu tun haben.
Dazu beginne ich immer mit einem Bauerntrick -- ich frage, ob der Proband in eine Routinekontrolle geraten ist oder ob er wegen auffälliger Fahrweise angehalten wurde. Klingt erstmal harmlos, die meisten antworten dann, dass sie natürlich noch ausgesprochen sicher gefahren sind und ohne die Routinekontrolle auf jeden Fall heil angekommen wären.
Das ist entlarvend -- wer mit, sagen wir, 1,2 Promille noch halbwegs sicher fährt, hat mehr Übung mit dem Trinken, als er vielleicht zugeben wollte. Alkoholabhängige sind stets bemüht, ihre Sucht zu verbergen.
So habe ich bereits nach wenigen Gesprächsminuten einen sicheren Indikator für das Trinkverhalten des Probanden.
[Autor: anonym]
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