Es kommt an größeren Krankenhäusern regelmäßig vor, daß Männer sich auf der Notaufnahme melden, die einen (Metall)-Ring um ihren Penis geschoben haben. Meist ist der Ring nicht für diesen Zweck gedacht, und nach einiger Zeit schwillt das umgebende Gewebe eindrucksvoll an. Dann kann der Ring nicht mehr aus eigener Kraft entfernt werden.
Nicht selten schämen die Männern sich hierfür und präsentieren sich mit einer ganz besonderen Mischung aus schlechter Kommunikation, mäßig unterdrückter Aggression, Schmerzen und eben häufig -- mitten in der Nacht.
Wegen der Schwellung und dem meist qualitativ hochwertigen Material (V2A-Rohrmuffen aus Stahl sind beliebt) ist das Entfernen noch nicht so einfach.
Der erfahrene Arzt macht es so: Ich nehme einen Zungenspatel (Metall) aus der Halsnasenohren-Heilkunde und schiebe ihn unter den Ring. Dann lasse ich eine Metallsäge vom technischen Dienst kommen und die Schwester mit einer 50ml Spritze kühlendes Kochsalz spritzen. Und dann säge ich -- die üblichen 0.6 cm Stahl kann man in knapp einer halben Stunde einmal durchsägen, ohne den Penis zu sehr zu beschädigen. Man sollte sich jedoch im Klaren sein, daß Stahlringe nicht aufzubiegen sind und das man den Ring drehen muss, wenn er an einer Seite eröffnet ist.
Und noch ein Tipp: Entscheidet man sich gegen eine Vollnarkose, sollte man den Patienten bitten, sich auf seine Hände zu legen. Warum? Nun, damit man mehr Zeit zum Ausweichen hat, wenn er nach einem schlagen will.
[Autor: Thomas Müller]
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